SCHELLACK Natürliche, harzartige Substanz, welche von Insekten (Coccus lacca) auf ihren Wirtspflanzen (meist Ficus religiosa) in Ostindien produziert wird. Er sollte nicht mit Chinalack verwechselt werden - Harz aus der Baumart Rhus verniciflua. Das Material wird zusammen mit den Insekten von den Pflanzen abgesammelt. Durch Waschen und Umschmelzen wird das Produkt gereinigt. Es ist der Rohstoff für Siegelwachs. Seit Jahrhunderten wurde Schellack als Schutzlack für Holz und auch Metall verwendet. Er eignet sich für Lacke, Schallplatten und als elektrisches Isoliermittel. Im 19. Jahrhundert wurden viele Kompositmaterialien auf Schellackbasis entwickelt. Besonders erfolgreich waren damit in den USA Peck, Halvorson, and Critchlow, die Erfinder der Union Cases, verzierter Behälter für Daguerrotypien. Die meisten dieser Behältnisse sind schwarz, es gibt aber auch rotbraune und noch andere dunkle Farben. Es gab sie mit geometrischen oder floralen Ornamenten genauso wir mit bildlichen Szenen, die oft berühmten Gemälden oder patriotischen Motiven nachempfunden waren. Viele tragen Etiketten mit dem Namen der Hersteller - in der Pressform selbst kommen Markennamen dagegen nur sehr selten vor. Als sich die Fototechnik weiter entwickelte, wurden die Union Cases nicht mehr gebraucht und die Hersteller stiegen auf gewöhnliche Bilderrahmen um. Später, als das Holzmehl in den Schellackmischungen durch Gesteinsmehl ersetzt wurde, kamen Markennamen (wie Diatite oder Manton in England) häufiger vor. Schellack mit Gesteinmehl als Füller war das Material für Schellackplatten.
SCHILDPATT Hornartige Substanz, die von verschiedenen Seeschildkröten, besonders der Hawsbill-Schildkröte, gewonnen wird. Ein ausgewachsener Oberpanzer besteht aus 13 Platten, die im wesentlich aus Keratin bestehen, wie Horn oder Fingernägel. Sie werden wegen ihrer warmen, gelben Farbe und der roten bis walnussbraunen Scheckung, die fast dreidimensional wirkt, sehr geschätzt. An der Unterseite des Tieres finden sich weitere 12 Platten ohne Scheckung. Dieses (blonde or yellow-belly) ist die begehrteste Qualität, die teurer ist, als die 24 seitlichen Platten, die weniger rein und als demi-blonde bekannt ist. Das Material behält die Form, in der es bei Druck und Hitze gepresst wird, es kann auch auf Hochglanz poliert werden, weswegen es im 18. und 19. Jahrhundert überaus beliebt war. Das Material war stets teuer und exklusiv - deutlich billiger war gepresstes Horn oder später das gescheckte halbtransparente Zelluloid, das Schildpatt täuschend echt imitieren konnte. Schon in römischer Zeit gelangten Schildpatt-Objekte aus dem Orient nach Europa. Spanien war aber das erste Land, das ab dem 15. Jahrhundert das Material in größerem Umfang kommerziell nutzte. Heute wird Schildpatt kaum noch benutzt. Die Hawksbill-Schildkröte steht kurz vor der Ausrottung, weswegen strenge Schutzmaßnahmen ergriffen worden sind. Japan hat noch Ende der 80er Jahre etwa 30 000 Schildkrötenpanzer eingeführt, zu einem Preis von etwa 375 Dollar pro Stück, davon 3500 aus Cuba. Seit 1992 importiert Japan offiziell kein Schildpatt mehr. Seit 1994 verzichten 115 Länder, darunter die USA, auf den Handel mit dem Material.
SCHREIBTISCHLAMPE In den 30er Jahren werden Kunststoffe auch als Werkstoff für Schreibtischlampen ersetzt. So entstehen Lampen mit verchromten Gestänge, deren Schirme aus hellem, z.T. farbig marmorierten Duroplasten angefertigt werden, in Frankreich wird Zelluloid für den Bau elektrischer Lampen eingesetzt. Beliebt im Deutschland der 30er und 40er Jahre ist eine große Schreibtischlampe mit breitem, eisenbeschwerten Fuß, einem geschwungenen Arm und einer drehbar befestigten, halbkugelförmigen Lichtschale, bei der alle konstruktiven Teile aus Bakelit bestanden. Das Design der Lampe, die wohl von den 30ern bis in die 50er Jahre offenbar in mehreren Varianten und von mehreren Firmen gebaut wurde .- so von der englischen Firma E. K. Cole Ltd. ( mit dem Modellnamen "Plastolux" ) sowie von der australischen Firma Duperite (Katalog-Nr. 1494-1), die farbig-marmorierte Kunststoffe benutzte, aber offenbar auch vom DDR-Elektrokomplex IKA - soll nach unbestätigten Quellen auf Entwürfen des Bauhaus-Designers Christian Dell basieren. Welche Firma diese Lampe ursprünglich herstellte ist uns nicht bekannt. Vermutlich war es eine deutsche Firma, die 1945 ihren Patentschutz nicht mehr durchsetzen konnte.
SCHULIT Handelsname für Bakelit der Firma Max Schulze in Meißen.
SEKULIT Handelsname für Bakelit der Firma Seckelmann und Co. in Lüdenscheid.
SPRITZGUSS Neben dem Pressverfahren das zweite Verfahren der Kunststoff-Formgebung. Bereits in Jahr 1935 existierten im Deutschen Reich rund 150 Spritzereien, die u.a. Marmeladentöfpe, Devotionalien für das Winterhilfswerk und technische Bauteile herstellten. Verarbeitet wuden Polystyrol und Azetylzellulose. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Spirtzgussmassen spielte die Dynamit Nobel AG (DAG) in Troisdorf.
STAR Warenzeichen der Deutschen Star-Kugelhalter GmbH in Schweinfurt. Die Firma existiert seit etwa 1907 und stellte unter anderem Pressformen für Kunstmassen her.
SUPRALIT Handelsname für Bakelit der Isolierpreß- und Porzellanfabrik GmbH in Lüdenscheid.
SWC Pressmarke und Logo der Süd-West-Chemie GmbH. Die Firma war in Neu-Ulm (Donau) ansässig und benutzte auch das Warenzeichen Supraplast.
SYROLIT Kunsthorn der Deutschen Syrolit-Fabrik Arno Breitkopf in Berlin-Hohenschönhausen.