HABERIT Handelsname für Bakelit der Firma Bender und Wirth in Kierspe.
HAESCO Marke der Schmidt Heinz & Co. Isolierflaschenfabrik in Großbreitenbach (Thüringen). Für Becher und Verschlüsse wurden Bakelit und Pollopas als Werkstoffe eingesetzt.
HARNSTOFF-HARZ Kunststoff, der aus Harnstoff und Formaldehyd gewonnen wird. (auch: Carbamidharz, Urea-Formaldehyd). Diese Kunststoffe wurden in den dreißiger Jahren sehr populär, da sie auch in hellen, lichtechten Farben hergestellt werden konnten. Harnstoff-Harze sind Duroplaste.
HARTGUMMI Siehe Ebonit
HAUSELEKTRIK Für elektrische Installationen in Innenräumen setzten sich in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre Bakelitpresstreile durch, mit mit höherer Maßgenauigkeit produziert werden konnten als Porzellanwerkstücke. Bis in die fünfziger und sechziger Jahre wurde Bakelit häufig für Schalter, Steckdosen, Verteilerdosen, Sicherungskästen und Lampenfassungen verwendet - dann lösten modernere Kunststoffe das Material ab. Vorsicht bei der Verwendung von historischen Bauteilen: Sie erfüllen oft nicht mehr die aktuellen Sicherheitsbestimmungen. Eine sichere Alternative ist das moderne Schaltersystem aus Bakelit, das die Manufactum Hoof & Partner KG (Website: www.manufaktum.de) anbietet. Zu der Produktpalette, konsequent in nostalgischer Optik, gehören sogar Telefon- und Fernsehanschlüsse. Gewerbliche Kunden bedient die Manufactum Produkt GmbH (Website: www.manufactum-produkt-gmbh.de)
HEIMELIT Handelsname für Bakelit des Bezet-Werkes Hermann Buchholz in Motzen.
HELIOWATT Handelsname für Bakelit der Firma Heliowatt in Berlin.
HELIT Hersteller von Büroartikeln. Der Firmenstandort ist Kierspe im Sauerland. Die Firma Helit wurde im Jahr 1897 als Firma Friederich Hefendehl gegründet und produzierte Kolonial-Arbeitsgeräte, darunter den damals bekannten "Afrika-Spaten". Die Weltwirtschaftskrise von 1929 machte vor der Firma nicht halt. Im Jahr 1930, in einer schwierigen Lage, entschloss man sich, in den Bau von Pressformen für Bakelit einzusteigen. Fast gleichzeitig begann die Firma damit, Bakelit-Artikel selbst zu pressen. Die Firmen-Website nennt "Kerzenständer, Kragenknopfdosen, Bilderrahmen, aber vor allem Büroartikel: Schreibzeug und Federschalen, Bleistiftkästen und Schwammdosen." Die Stücke tragen den Namen Helit - Hefendehl kombiniert mit Bakelit. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, zu Beginn der fünfziger Jahre, wurde die Produktion von Arbeitsgeräten eingestellt. Helit verwendete im Laufe der Zeit verschiedene Pressmarken. Stücke, die eine Pressmarke mit einem Reiter zeigen, der einen Stier mit dem Lasso einfängt, sind sicher alt (wohl sämtlich vor 1940). In den fünfziger Jahren verwendete Helit seinen Namenszug in Schreibschrift, seit den Siebzigern in Druckschrift. Bis heute gibt es Duroplast-Produkte im Helit-Programm. Die meisten Helit-Produkte werden jedoch aus thermoplastischem Spritzguss hergestellt. Die Firma hat früh den Kontakt zu Produktgestaltern gesucht und arbeitet mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm zusammen, mit auch andere Firmen wie Braun oder Lamy erfolgreich kooperierten. Der wichtigste Partner für Helit wird Walter Zeischegg, Bildhauer und Produktgestalter. Das erste gemeinsame Projekt ist ein Kunststoff-Karteikasten, der auch heute noch ein Klassiker im Sortiment ist. Am bekanntesten wird Helit mit dem Sinus-Aschenbecher, der heute in den wichtigsten Designsammlungen der Welt zu finden ist.
HERALIT Handelsname für Bakelit der Gebrüder Klein in Nürnberg. Hergestellt seit den 30er Jahren.
HERBOLIT Handelsname für Bakelit der Firma Ing. Bodenmüller in Zuffenhausen.
HLW [die Buchstaben H und L sind in das W eingestellt] Fabrikmarke einer bisher nicht identifizierten Firma, die seit den 30er Jahren auch farbige Duroplaste wie Pollopas verarbeitete.
HOCOLIT Handelsname für Bakelitder Firma Paul Hochköpper und Co. in Lüdenscheid.
HORN Naturstoff, der zu 80 Prozent aus Keratin besteht. Das Horn, meist vom Rind, vom Schaf und von der Ziege. Wurde nicht nur für einfache Alltagsgüter wie Löffel, Kämme, Messer- oder Werkzeuggriffe und Trinkgefäße benutzt, sondern auch für gepresste Artikel des gehobenen Bedarfs, wie Schnupftabakdosen oder Plaketten. Unter Hitze und Druck ist das Material formbar. Verfahren dafür sind seit Jahrhunderten bekannt. Die Farben reichen von Schwarz bis zu hellen Cremetönen - unter Hitze und Druck kann Horn sogar durchsichtig werden. Im frühen 17. Jahrhundert erregte der in Amsterdam lebende Engländer John Osborne mit gepressten Horn-Medaillons große Aufmerksamkeit. Seit etwa 1700 war dann London die Hauptstadt der Hornindustrie. Zu den Haupterzeugnissen zählten die Schnupftabakdosen, denn der Konsum des Schnupftabaks gehörte im 18. Jahrhundert zum guten Ton der gehobenen Schichten. Es war deutlich billiger, die Schnupftabakdosen im Pressverfahren herzustellen, als sie in Handarbeit zu schnitzen. Im 19. Jahrhundert wurde Horn auch ein Rohstoff für die Schmuckindustrie. Nach dem Tod Prinz Alberts, des Ehemannes der Königin Victoria, im Jahr 1861 durfte am Hof nur noch schwarzer Schmuck getragen werden. Die Trauerschmuck-Mode, die sich daraus entwickelte, und für die auch schwarz gefärbtes Horn eingesetzt wurde, führte schnell dazu, dass neue Techniken entwickeln wurden, um Perlmutt und Metall in das Material einzulegen. Horn unterscheidet sich von Geweih, da letzteres aus Knochensubstanz besteht und nicht aus Keratin.
HRS Abürzung für: Heinrich Römmler Presstoffwerke AG, Spremberg.