GAGAT Bituminöse Braunkohle. Das Material wird bereits seit der der Antike für Schmuck und Drechslereiartikel verwendet. Im Englischen wird es als "Jet" bezeichnet - aber Vorsicht: "French Jet" oder "Pariser Jet" bezeichnen schwarzes Glas. Echter Gagat wurde im 19. Jahrhundert unter anderem im englischen Whitby in der Grafschaft Yorkshire gefunden.
GALALITH Kasein-Kunststoff. Das deutsche Patent stammt aus dem Jahr 1897. Verwendet wurde Galalith für Knöpfe, Griffe, Spiel- und Schreibwaren, und Schmuck. Ursprünglich ist das Wort ein Warenzeichen der Internationalen Galalith-Gesellschaft Hoff und Co. in Harburg-Wilhelmsburg. Ähnlich wie die Bezeichnung Bakelit wird das Wort Galalith heute als Gattungsbegriff verwendet - für sämtliche Kaseinkunststoffe , insbesondere im Handel mit antikem Schmuck. Viele Schmuckstücke mit bunten Kunststoffelementen aus der Zeit vor 1945, die als Bakelitschmuck angeboten werden, bestehen tatsächlich aus Kaseinkunststoffen, die in allen Farben vorkommen: besonders beliebt waren Weiß, Rot, Blau, Grün und oder Schwarz.
GECOLITH Handelsname für Bakelit der Firma Gerdes und Co. in Schweln, später Gerda (siehe dort). Hergestellt seit den 30er Jahren.
GERDA Die Firma Gerda, die bereits in den dreißiger Jahren produzierte, versorgte in den fünfziger Jahren die Haushalte mit allerlei Plastik-Artikeln: mit Apfelteilern, Schüsseln, darunter den legendären gelben Zitruspressen.
GERMALITH Handelsname für Bakelit der Firma Carl Germer in Berlin-Charlottenburg. Produziert wurden seit den 30er Jahren unter anderem Federschalen.
GEROHLIT Handelsname für Bakelit der H. Römmler AG in Spremberg.
GESANIT Handelsname für Bakelit der Gebrüder Spindler in Köppelsdorf.
GESUNDHEIT Einzelne Bestandteile früher Kunststoffe können gesundheitsschädlich sein, besonders, wenn diese nur unvollständig gebunden sind. Stücke aus minderwertigem Bakelit setzen bis heute Phenole (sogenannte Frei- oder Restphenole) frei, offenbar begünstigt durch einen hohen Anteil an Füllstoffen, der zu einer undichten Oberfläche führt und so das Ausgasen befördert. Als Faustregel: Stark riechende Harzmischungen mit löchriger, poröser Oberfläche sind bedenklicher als hochwertige, gut abgebundene mit dichter Oberfläche. Schweißen Sie "verdächtige", stark riechende Stücke in Kunststoff-Folie ein und lagern Sie sie in gut belüfteten Räumen. Es versteht sich von selbst, dass mechanische Arbeiten, wie Schleif- und Polierarbeiten an Bakelit, nur so erledigt werden sollen, dass dabei kein Schleifstaub entsteht - also etwa unter Zusatz von Wasser. Bedenklich sind auch frühe PVC-Produkte. Sie können Weichmacher in großer Konzentration enthalten.
GFT Pressmarke und Logo der "Gesellschaft für Teerverwertung". Die Firma war in Duisburg-Meiderich ansässig. Im Firmenlogo sind die Buchstaben in ein Sechseck eingestellt.
GMG Marke der Gebrüder Merten in Gummersbach ("G.M.G." im Oval)
GUTTAPERCHA (malaiisch getha = Gummi, percha = Baum). Eine kautschukartige Masse, die aus dem Milchsaft der Guttapercha-Bäume (besonders Palaquium gutta) im Pazifikraum gewonnen wird. Im Gegensatz zum Kautschuk ist Guttapercha bei Kälte hart und unelastisch, erweicht aber bei leichtem Erwärmen. Der Physiker Michael Faraday fand heraus, dass das Material ein hervorragender elektrischer Isolator war. Im Jahr 1843 brachte der Entdecker William Montgomery eine Kollektion von Guttapercha-Objekten aus Singapur nach London zur Royal society of Arts. Nur zwei Jahre später, 1845, wurde in London die Gutta Percha Company gegründet. Ihr erster großer Auftrag war es, ein Seekabel zwischen England und Frankreich zu isolieren. Auch Gebrauchsartikel (Dekorationsobjekte, Golfbälle, Schmuck) wurden aus Guttapercha hergestellt. Zur Zeit der Londoner Weltausstellung von 1851 waren bereits so viele Verwendungszwecke ersonnen worden, dass die Karikaturisten sich des Themas annahmen. Im Handel werden viele Stücke als Guttapercha-Objekte angeboten, die tatsächlich aus anderen Materialien bestehen, etwa die frühen amerikanischen Foto-Etuis (union cases), die meist aus Kompositmaterial (Schellack und Sägemehl) hergestellt sind, oder der viktorianische Trauerschmuck, für den verschiedenste Materialien, wie Horn, Gagat, Bois Durci oder Ebonit verwendet wurden. Echte Guttapercha-Artikel sind rar, da das Material anscheinend weniger haltbar war wie etwa Ebonit. Die Unterscheidung kann im Einzelfall schwierig sein, doch riecht Guttapercha niemals nach Schwefel oder Gummi, sondern eher etwas süßlich.