FACON EBENA Moderne Sammelbezeichnung (kein Handelsname) für Art-Deco-Stücke, die Verwandschaft zu denen der belgischen Firma Ebena aufweisen. Sie sind bisher erst wenig erforscht.
FATURAN Handelsname für Bakelit der New-York-Hamburger Gummiwaren-Companie in Hamburg. Hergestellt seit den 30er Jahren.
FERMIT Handelsname für Kunststoffe der Isolawerke in Birkesdorf bei Düren (Rheinland). Hergestellt seit den 30er Jahren.
FERROCART Magnetischer Preßstoff der Firma Vogt und Co. KG in Berlin. Hergestellt seit den 30er Jahren.
FERROZELL Hartgewebe der Augsburger Kunstharzfabrik.
FERTIGUNGSKENNZEICHEN Buchstabencode der deutschen Wehrmacht zur Kennzeichnung ihrer Ausrüstungsgegenstände. Im Jahr 1940 führte das Heereswaffenamt dieses System ein, welches jedem Lieferanten und Hersteller eine Buchstabenkombination zuwies, mit der er seine Produkte kenntlich machen musste. Die Codes dieser "Liste der Fertigungskennzeichen für Waffen, Munition und Gerät" wurden in alphabetischer Reihenfolge vergeben und sind keine Abkürzungen der Firmennamen. So erhielten die Mannesman-Röhrenwerke in Komotau im Sudetenland den Code "aac" zugewiesen. Ein Neudruck der Liste der Fertigungskennzeichen wurde im Jahr 1977 von Karl. R. Pawlas vom Publizistischen Archiv für Militär- und Waffenwesen herausgegeben und unter der ISBN-Nummer 3-88088-214-2 publiziert. Das Buch wird heute von der Journal-Verlag Schwend GmbH in Schwäbisch Hall unter der Bestell-Nr. 1211 für etwa 25 Euro vertrieben. Telefon: (0791) 40 46 20.
FESTELLAN Handelsname für Bakelit der Firma AEG. Die Zeitschrift "Technik für alle" berichtete im Januar 1932 über das neue Material und gab als Herstellungsort die Henningsdorfer Fabriken der AEG an. Bereits im Jahr 1931 war in der Zeitschrift "Keramos" 10 (25/26) ein Artikel von F. Fischer und J. Schwaibold unter dem Titel "Untersuchungen über die Eignung der Kunststoffe Taumalit, Festellan und Resopal für Gebrauchsgefäße" erschienen. AEG wollte, ähnlich wie die Firma Rosenthal, den gehobenen Konsumgütermarkt erobern - die Marke "Festellan" sollte die Unzerbrechlichkeit der neuen Artikel hervorheben. Das Design war vorbildlich. Eine eher funktionale Linie - unter anderem mit einem Kaffeeservice - orientierte sich am Bauhaus - sie war für "Sport und Wochenende" (so die Zeitschrift "Technik für alle") gedacht - daneben gab es aber auch repräsentativere, asiatisch anmutende Stücke wie Vasen und Dosen, von denen einige mit Goldmalereien verziert waren. Im Handel tauchen fast nur rotbraune Stücke auf - die Zeitschrift "Technik für alle" berichtet dagegen von einer breiten Farbenpalette: "Von schwarz über rot, braun und mahagoni bis zu gelb, grün und blau sind fast alle Tönungen der Farbenskala vertreten." Als Pressmarken kommen "Festellan" und "Festellan AEG" vor. Formidentische Stücke gibt es auch ohne Pressmarke und mit der Marke "Tenacit" - einer anderen AEG-Marke.
FIBRESINOL Handelsname für Bakelit der Firma Dr. F. Raschig GmbH in Ludwigshafen.
FISCHSILBER Feine, besonders vorbehandelte Weißfischschuppen. Werden Sie einem Lack oder einem Kunstharz zugesetzt, sorgen sie einen perlmuttähnlichen Glanz.
FORMOLIT Handelsname für Bakelit der New-York Hamburger Gummiwaren-Companie in Hamburg.
FORNELLS I MARCO, EDUARD Designer und Kunstgewerbeproduzent andorranischer Nationaliät. Nachdem er zuvor für Rene Lalique gearbeitet hatte, gründete er im Jahr 1919 eine Kunststoff-Fabrik in Paris, aus der sehr qualitätvolle Arbeiten stammen. Weitere Informationen unter: http://users.pandora.be/plastics_collection/
FRANKIT Handelsname für Bakelit der Kronacher Porzellanfabrik.
FRIWOCIT Handelsname für Bakelit der Firma Friemann und Wolff in Zwickau.
FTE Pressmarke und Logo des VEB Fein-Technik Eilsfeld. Der Betrieb arbeitete noch in den sechziger Jahren mit Bakelit. Die Tischanspitzer der FTE werden häufig für älter gehalten, als sie tatsächlich sind - das Modell FTE 120 etwa wurde bis mindestens 1962 produziert.
FüLLSTOFFE Stoffe, die unter die Kunststoffmasse gemischt werden. Füllstoffe verändern die mechanischen Eigenschaften (auch die Hitzebeständigkeit) des Materials oder sein Aussehen. Die meisten Füllstoffe werden als Pulver beigemischt, etwa Gesteinsmehl, Holzmehl, Talkum, Kreide, Kaolin, Glimmer, Asbest, Textil- und Holzreste, Foliensilber oder Folienblattgold. Viele Werkstücke bestehen sogar überwiegend aus Füllstoff.
FUTURIT Handelsname für Kunststoffe verschiedener Hersteller. Verwendet wurde er für Bakelit und andere Kunststoffe der Kabelwerke AG im slowakischen Preßburg (Bratislava). Aus Futurit wurden seit den dreißiger Jahren funktional gestaltete Gehäuse von Kaffeemühlen hergestellt, auch Zierdosen, Kameras und Kamerateile. Der Betrieb lief nach 1945 offenbar unter tschechoslowakischer Leitung weiter. Offenbar benutzten auch ungarische Hersteller den Begriff Futurit.