EBENA Hersteller von Luxusartikeln des Art Deco, mit Firmensitz in Wyneghem (Belgien). Das Unternehmen ist bekannt für seine farbig marmorierten Pressmassen. In der Frühphase stellte die Fabrik ihre Produkte offenbar aus einer Art Albuminkunststoff her, wobei Rinderblut, Formaldehyd und Sägemehl zum Einsatz kamen. Die Rezeptur ähnelte der von Bois Durci (siehe dort), einem Kunstholz, das der Franzose Francois Charles Lepage bereits 70 Jahre zuvor entwickelt hatte. Während der Blütezeit benutzte Ebena dann aufwändige natürliche Harzmischungen aus Kongokopal mit Einlagen aus Blattmetall. Die Firma hat von 1921 bis etwa 1931 produziert. Maßgheblich für die Firmengeschichte ist eine Veröffentlichung aus dem Jahre 1987, aufbauend auf der Pionierarbeit des Sammlers Hans Ulrich Kölsch: "Ebena 1921-1931. Articles de fantasie et articles industriels. Sammlung Kölsch. Katalog zur Ausstellung in Düsseldorf 1987". Die Designs und Rezepturen von Ebena sind schon früh nachgeahmt worden; die meisten dieser Stücke in Ebena-Manier (Facon Ebena) stammen aus Frankreich. Aus den USA sind Glas-Kopien von Ebena-Objekten im mehreren Farbvarianten bekannt. Sie sind um das Jahr 1930 von einer bis heute unbekannten Firma hergestellt worden - einige aber nicht alle Stücke tragen den Markennamen " Taussaunt ".
EBONIT Hartgummi aus vulkanisiertem Naturkautschuk - erstmals 1839 durch Charles Goodyear in New York hergestellt. Der Engländer Thomas Hancock, dem ein Agent Goodyears in der Hoffnung auf eine Geschäftsverbindung London einige Proben überlassen hatte, kam hinter das Geheimnis der Vulkanisation mit Schwefel und meldete im Jahr 1843 das englische Patent an - vor Goodyear, der zu dieser Zeit in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Seit etwa 1860 wurde Ebonit für zahlreiche Gebrauchsartikel verwendet, etwa für Trauerschmuck, Telefonteile, auch Münzen. Dabei wurde das Ebonit sogar gefärbt. Beim Reiben entsteht ein eigentümlicher Geruch nach schwefeligem Gummi. Siehe auch: Kautschuk
EDELKUNSTHARZE Bezeichnung für hochwertige Kondensate aus Phenol, Kresol oder Harnstoff und Formaldehyd, ohne Füllstoff (Englisch: cast phenolic, catalin). Verwendet für Schmuckgegenstände und Serviettenringe, etwa als Bernstein-Imitat. Bestimmt für die spanabhebende Verarbeitung, etwa für Drechslereiarbeiten. Ab etwa 1925. Im angelsächsischen Sprachraum werden transparente Edelkunstharze - aber auch das Plexiglas und seine Verwandten - als Lucit (lucite) bezeichnet.
EDLE [DARUNTER EIN KRONE] MADE IN GERMANY Pressmarke eines bisher unbekannten Herstellers, um 1930.
EFKALIT Handelsname für Bakelit der Firma Frankl und Kirchner, Fabrik für Elektromotoren und elektrische Apparate in Mannheim. Hergestellt seit den 30er Jahren.
EGOLIT Handelsname für Bakelit und andere Pressmassen der Firma Ernst Jäger und Co. in Schalksmühle.
EJSOPAN Handelsname für Bakelit der Bamberger Industriegesellschaft.
ELGESIT Handelsname für Bakelit und andere Kunststoffe der Firma Ellinger und Geissler in Dorfhain.
ELORIT Handelsname für Bakelit der Erich Jäger GmbH in Homburg.
EMADOLIT Handelsname für Bakelit der Emil Adolff AG in Reutlingen.
ENDURA WARE Handelsname für Pressmassen des englischen Herstellers Thomas de la Rue. Es sind einige Stücke bekannt geworden, die den Kopalharz-Objekten der belgischen Firma Ebena ähneln - die Stücke riechen sogar ähnlich, wenn sie poliert werden. Möglicherweise stammen sie aus einer frühen Produktionsphase.
ERGOLITH Kasein-Kunststoff (Kunsthorn) der Chemischen Fabrik Ergolding AG in Ergolding (Bayern). Verwendet für Griffe, Spiel-, Schreib- und Galanteriewaren. Hergestellt seit den 30er Jahren.
ESBRILITH Kunsthorn der Rheinischen Kunsthorn- und Leimfabrik, bekannt als Esbrilith GmbH, in Gernsheim/Rheinland.Verwendet für Knöpfe, Griffe, Spiel-, Schreib- und Galanteriewaren. Hergestellt seit den 30er Jahren.
ESCOLITH Handelsname für Bakelit der Firma Schneider und Co. in Breslau.
ESTELIT Handelsname für Bakelit der Firma Storch und Stehmann in Ruhla.