BACKITT Handelsname für Bakelit und andere Pressmassen der Otto Backhaus GmbH in Oberbrügge. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BAKELIT Bakelit heißt der im Jahr 1907 von dem belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland (1863-1944) erfundene duroplastische Kunststoff auf der Basis von Phenolharz. Er war der erste industriell produzierte Kunststoff der Welt. Bakelite® und Bakelit® sind eingetragene und geschützte Marken der Hexion Speciality Chemicals GmbH, vormals Bakelite AG. Das Wort hat jedoch auch in die Umgangsprache Einzug gehalten. So schrieb der Ingenieur Willi Christoff bereits 1962 in einer Broschüre über Kunststoffe: "Vor nicht allzu langer Zeit war im Sprachschatz des Laien jeder Schalter, jeder Stecker, jede Schale, jeder Teller oder jedes Spielzeug aus hartem Kunststoff, jeder Telefonhörer oder -apparat aus Bakelite. So ist also ein Name bestimmend gewesen für die Klassifizierung einer ganzen Kunststoffgruppe." In Sammlerkreisen bezeichnet das Wort Bakelit heute phenoplastische Kunststoffe. In einer Mitteilung der Bakelite AG an Mitarbeiter und Geschäftspartner: "Insbesondere bei alten und bekannten Marken besteht ... die Gefahr, dass diese nicht als geschützte Marken, sondern als frei benutzbare Produktbegriffe betrachtet werden, wie dies beispielsweise bei den früheren Warenzeichen 'Linoleum' und 'Petroleum' der Fall ist. Auch die Begriffe 'Bakelit' bzw. 'Bakelite' sind in diesem Sinne gefährdet." Die Blütezeit des Bakelits fällt in die Jahre zwischen 1925 und 1955. Bereits im Jahr 1902 hatte die Firma Louis Blumer in Zwickau versucht, die Kondensation von Phenol und Formaldehyd technisch zu nutzen, um daraus einen Schellack-Ersatz herzustellen, das Laccain. Doch erst um das 1907 gelang es Baekeland nach Vorarbeiten durch Adolf von Bayer zum ersten Mal, die Reaktion der Grundstoffe beherrschbar zu machen und das Bakelit herzustellen. Im Jahr 1909, als er beträchtliche Forschritte bei der Erforschung der industriellen Verwertbarkeit gemacht hatte, meldete er die zentralen Patente an. 1910 wurde die General Bakelite Co. in den USA gegründet - im gleichen Jahr entstand unter Führung des Rütgers-Konzerns, mit einer Minderheitsbeteiligung Baekelands die Bakelite GmbH in Berlin-Erkner. Das Unternehmen Rütgers hatte bereits Erfahrungen mit Steinkohlenteer sammeln können - unter anderem bei der Konservierung von Eisenbahnschwellen. Die Branche expandierte schnell. Der Ingenieur und Buchautor Kurt Brandenburger gibt im Jahr 1937 die Zahl der Pressereien in Deutschland mit über 1400 an: "Von diesen sind allerdings nur 15 Großpressereien, etwa 60 Mittelbetriebe, während der Rest kleine und kleinste Unternehmungen darstellt. Die Hälfte dieser Fabriken sitzt im Rheinland und Westfalen, vornehmlich im Lüdenscheider Bezirk, ein Viertel etwa in Thüringen, der Rest verteilt sich etwa gleichmäßig auf Groß-Berlin, Süddeutschland und die anderen Gegenden des Reiches." Dem Bakelit häufig die verschiedensten Füllstoffe zugeschlagen, um seine mechanischen Eigenschaften und auch sein Aussehen zu beeinflussen: im historischen Bakelit finden sich zuweilen Textilreste, Holzreste, Gesteinsmehl oder Farbpartikel.
BALATA Natürliche, harte, hornartige, in der Wärme plastische Substanz. Man gewinnt sie, indem man den Milchsaft des brasilianischen Mimusops-Baumes eintrocknet. Balata ist das Trans-Isomer des Naturkautschuks, also ein geometrisch anders aufgebautes, ansonsten identisches Molekül. Im Gegensatz zum Kautschuk hat es einen hohen Harzgehalt und ist nicht vulkanisierbar.
BANDALASTA Handelsname für Produkte aus farbigem Harnstoffharz der englischen Firma Brooks and Adams. Sie bot ihre Artikel in zahlreichen marmorierten und durchscheinenden Pastelltönen an. Hergestellt seit den 20er Jahren. Mehr Informationen auf dieser Website: http://www.bandalasta.com
BEBRIT Handelsname für Bakelit und andere Kunststoffe der Elektrotechnischen Fabrik GmbH in Bebra, auch bekannt unter dem Namen Bebrit Preßstoffwerke. Viele Entwürfe stammen von dem Industriedesigner Friedrich Adler (1878 - 1942). Hergestellt seit den 30er Jahren.
BECKACITE Handelsname für Kunststoffe der Beckacite Kunstharzfabrik GmbH (später Reichhold Chemie AG) in Hamburg. Die Firma benutzte ähnliche Namen für weitere Produkte, etwa Beckophen oder Beckopan. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BEETLEWARE Handelsname für farbige Harnstoffharz-Produkte der British Industrial Plastics Ldt. in London, sowie der American Cyanamid Company in New York. Hergestellt seit den 20er Jahren.
BERNIT Handelsname für Bakelit und andere Pressmassen der Porzellanfabrik Bernhardshütte, Blechhammer bei Sonneberg. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BERNSTEIN Fossiles Baumharz. Viele Kunstharze imitieren diesen Stein - besonders In den 20er und 30er Jahren waren Bernsteinimitationen aus Edelkunstharzen beliebt. Solche Harze sind in der Regel schwerer als das natürliche Produkt. Echter Bernstein schwimmt in einer 16-prozentigen Lösung von Kochsalz in Wasser - Kunstharz geht unter (weißer und schwarzer Bernstein schwimmen noch in einer 6-prozentigen Lösung). Bernstein ist thermoplastisch - er kann heiß verformt werden (Pressbernstein).
BEROLIET Kasein-Kunststoff (Galalith) der Emmericher Kunsthornfabrik GmbH. Verwendet für Griffe, Knöpfe, Spiel-, Schreib- und Galanteriewaren. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BEWERIT Handelsname für Bakelit des Bezet-Werkes in Motzen (Kreis Teltow). Hergestellt seit den 30er Jahren. Das Werk benutzte auch den Handelsnamen Bezelit.
BEZEG Handelsname für Kunststoffe der Bayerischen Elektrozubehör GmbH in Lauf bei Nürnberg. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BEZET
BIGELIT Handelsname für Bakelit der Bamberger Industriegesellschaft. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BILIT Handelsname für Kunststoffe der Lüdenscheider Metallwerke Busch-Jäger AG. Hergestellt seit den 30er Jahren.
BJB Pressmarke und Logo der Firma Brökelmann, Jäger und Busse in Neheim (Westfalen).
BOIS DURCI Formbare Masse, patentiert in Paris im Jahr 1855/56 durch Francois Charles Lepage. Das Material sollte Holz, Leder, Knochen und sogar Metall ersetzen. Es bestand aus Tierblut (aus den Pariser Schlachthäusern), Holzmehl, und weiteren Zuschlagstoffen. Die dunkle glänzende Oberfläche wurde manchmal farbig gefasst oder bronziert. In der von Lepage gegründeten Fabrik entstanden dekorative Schreibtisch-Gegenstände, Bilderrahmen und Medaillons berühmter Persönlichkeiten. Besonders populär war das Material zwischen 1860 und 1875. Etwa 30 Medaillons aus Bois Durci sind in der Pinto Collection im Birmingham Museum zu sehen. Weitere Informationen unter: http://users.pandora.be/plastics_collection/
BONALIT Handelsname für Bakelit der Firma Ludwig Schröder in Schalksmühle.
BOUTET Französischer Hersteller von Bakelitobjekten mit Stammsitz in Saint Quen bei Paris. Die Firma Boutet produziert heute überwiegend Knöpfe, Griffe und Hebel für den Industriebedarf und hält auf diesem Gebiet das größte Sortiment der Welt. Die Anfänge der Firma sollen bis ins Jahr 1920 zurückreichen. Aus den Jahren um 1930 stammen längliche, elegante Bakelit-Schatullen mit verschiedenen Deckelmotiven, die mit und ohne Pressmarke vorkommen. Firmen-Website: www.boutet.fr
BRACKOPREß Handelsname für Bakelit der Firma Gebrüder Broghammer in Schramberg.
BRACOLIT Handelsname für Bakelit der Firma Gustav Branscheid und Co., Lüdenscheid.
BRAUN im Jahr 1921 in Frankfurt durch den Ingenieur Max Braun gegründetes gegründetes Unternehmen. Der Betrieb entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem angesehenen Unternehmen der Rundfunk- und Hausgerätetechnik. Nach 1939 wurde die zivile Produktion praktisch eingestellt, es begann neben der Produktion von Minensuch- und Funkgeräten um 1940 die Produktion der Dynamotaschenlampe Manulux, die bis 1948 produziert wurde. 1951 übernahmen die Söhne Artur und Erwin Braun den Betrieb und folgten bei der Gestaltung ihrer Produkte funktional- ästhetischen Prinzipien, womit sie dem Unternehmen Weltgeltung verschafften. 1968 übernahm der Konzern Gillette das Unternehmen, das bis heute existiert.
BUCHOLITH Kasein-Kunststoff (Galalith) der Firma Johann Buchsteiner in Gingen (Fils). Es wurde für Knöpfe, Kämme, Griffe, Spiel-, Schreib- und Galanteriewaren benutzt. Hergestellt seit den 30 Jahren.
BUNA Synthetischer Kautschuk. Chemisch ein nicht härtbares Polymerisat aus Butadien mit Füllstoffen. Verarbeitet und verwendet wurde das Buna wie Naturkautschuk. Hersteller war die IG Farbenindustrie AG in Frankfurt am Main. Buna war ein wichtiger Rohstoff für die Rüstungsproduktion der Nazidiktatur, da Deutschland auf den Weltmärkten kaum noch Naturkautschuk einkaufen konnte. Das Buna-Werk in Schkopau existiert noch heute. Über seine Geschichte informiert das Buch "Plaste und Elaste aus Schkopau. 60 Jahre Buna."
BURGWALDHARZ Handelsname für Bakelit der Elektrotechnischen Fabrik J. Carl GmbH in Oberweimar, nach anderen Quellen Wilhelm Burgbacher, Neukirch-Baden.